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Die Kampe im Sarg
für Toy-Piano
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Uraufgeführt am 13.05.2009 durch Bernd Wiesemann im grünen Gewölbe der Tonhalle Düsseldorf |
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| "Die Kampe im Sarg" für Toy-Piano entstand im November 2005 für Bernd Wiesemann und zu einer Zeichnung von Gabriele Piechotka (die Details werden im Stück selbst verraten). Was schreibt man (zumal als unerfahrener Möchtegernmeister) für ein Instrument, das über einen Umfang von nur zwei Oktaven verfügt und gewissen Restriktionen bezüglich Spieltechnik und Struktur unterworfen ist? Verlegenheitshalber griff ich auf ein Orchesterstück aus meinem Thamyris-Zyklus zurück, das die Tartarosfahrt des Zeus zum Sujet hat. Dieses Stück ist primär für sehr hohe und sehr tiefe Instrumente geschrieben, spart die Lage des Kinderklaviers aus, das erste Kriterium für die Auswahl. Das zweite Kriterium betrifft die Vorgeschichte, denn die "Höllenfahrt" des Zeus verarbeitet Material eines anderen Stücks aus demselben Zusammenhang. So ist "Die Kampe im Sarg" Drittverwertung, die aber dieses in sich, "selbstreferenziell", zur Darstellung bringt. Einerseits innermusikalisch, denn das besagte Orchesterstück wird zwar im ersten Teil (Exposition, Durchführung I, Reprise) für das Kinderklavier eingerichtet, anschließend aber (Durchführung II) zerstückelt und neu zusammengesetzt wiederholt (geplant ist, im weiteren Verlauf des Thamyris-Projekts diesen Teil wieder als Material zu nehmen ...). Andererseits durch den hinzugefügten Text, der natürlich ein wenig über die Probleme des Komponisten mit einem für die Kreativität provokanten Instrument hinwegzumogeln half. – Versteht sich (oder auch nicht?), dass die im ersten Teil aufzusagenden Würmer, philosophische Verwesungsengel, die Darstellung dieses selbstreferenziellen Verfahrens leisten. | ||||||
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Engonasin
für Kammerorchester
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Noch nicht aufgeführt
Uraufführung nur mit Genehmigung des Komponisten! (siehe Impressum) |
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| Das Stück "Engonasin" besteht einerseits aus zwei Sätzen und andererseits aus zwei Abteilungen, deren zweite (ab Takt 205/Seite 55) das Material der ersten zerhächselt und neu zusammensetzt. Das Scharnier dazwischen (Takte 185 bis 204, ab Seite 49) stellt eine in der Astronomica des Manilius (1. Jh.) beschriebene Szene dar: Sollte der unter dem Einfluss des Sternbilds Engonasin (des Knieenden, das nach einigen den büßenden Thamyris darstellt) Geborene
"sich zu einem Berufe aufraffen können, widmet er Wagstücken sich und verkauft sein Talent an Gefahren, wagt, wo kein Weg ist, bedächtige Schritte und wird auf gespannten Seilen die sicheren Sohlen tastend aufsetzen können, kennt seinen Weg in den Himmel genau und verliert dann den Tritt doch fast, und wie er am Seil hängt, so hängen an ihm dann die Gaffer." (Manilius, Astronomica/Astrologie. Lateinisch/Deutsch, übers. von W. Fels, Stuttgart: Reclam UB 8634, 1990, Seite 415.) Na dann ... |
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Mondfragmente (aus: Thamyris)
für Orchester
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Noch nicht aufgeführt
Uraufführung nur mit Genehmigung des Komponisten! (siehe Impressum) |
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| Die "Mondfragmente" sind kleine Petitessen für eine Fragmentensammlung, die den "Thamyris" abschließen soll. Es handelt sich um karge Reste einer früheren (inzwischen verworfenen) Vertonung aller Monde im Sonnensystem. | ||||||
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Traum (aus: Thamyris)
für Bariton (Sprecher) und kleines Orchester
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Noch nicht aufgeführt
Uraufführung nur mit Genehmigung des Komponisten! (siehe Impressum) |
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| Der "Traum" geht auf ein Streichquartettstück aus dem Jahr 1985 (Takte 1-40, 65-75) zurück. Zugrunde liegt der Komposition eine 24-Tonreihe: zwei, im Abstand einer grossen Terz ineinander verschachtelte Quinten-/Quartenzirkel, oder besser: ein Quartenzirkel mit eingeschobenen, die Quarten vermittelnden Leittönen:
Choralartig ausgesetzt, wird die Reihe abgespult, was dem Stück Vorausnahmen, Vorhalte und eine kontinuierliche Kadenz-Folge verleiht, eine Serialität des authentischen Schlusses. Ist nun aber jede Tonika zugleich Dominante und jede Dominante zugleich Doppeldominante, (Tripel-, Quadrupel- oder „n-Dominante“) so wäre die Komposition, dem Wort folgend, (un-)rein authentisch. Zugleich aber gibt es keine Tonika mehr, nur noch Dominanten, was besagen will, dass es „Entsprungenes“, aber keinen „ursprünglichen“ Grundton gibt. Entweder schließt die Komposition, dann ist sie (das Kompositionsprinzip verratend) nicht authentisch, oder sie bliebe authentisch, dann dürfte sie nicht schließen, vielmehr endlos-zirkulär die nicht-und-überall-vorhandene Tonika suchen. Das unvermeidbare Ende der Komposition gerät dann wie pseudo-trugschlüssig: Wendung zur Terz, uminterpretiert zur Quinte, wäre der imaginäre Grundton dann die Mollparallele. Der reale Grundton, vorausgenommen, verweigert das: trugschlüssiger Trugschluss: die „Beruhigung“ führt nicht zum Schluss, zum Tiefschlaf, sondern zum Ende, zum Erwachen. Den Traum selbst (wirklich so im November 1996 geträumt) habe ich detailliert ausgedeutet. Dieser Text ist publiziert in: Psychoanalyse und Philosophie 5, Jahrbuch 2005, Düsseldorf: PERAS 2005, 91 – 99. Auf die Komposition wird dort allerdings nicht eingegangen. |
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