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Philosophie weder als allgemeinste Wissenschaft, schon gar nicht als Wissenschafts-PR, noch als Weltanschauungsphilosophie. Philosophie nicht als Legitimation, weder von Wissenschaft und Technik noch von Mythos und Leben, nicht als Suche nach irgendwelchen "guten Gründen", sondern als (unvermeidlich selbstwidersprüchliche) Kritik der affirmativen Haltung, als Kritik jeglicher Legitimatorik, deren basierende Nöte aber eingeräumt sind. Philosophie als Recherche der in Religion, Kunst, Wissenschaft und (vor allem) in Technik verdeckten basalen Phantasmen des Menschen: als Begehrensanalyse. Recherche des Ausgelassenen im Sinn des (im Zweifel auch auf sich selbst anzuwendenden) „Schritts zurück“ (Heidegger), als gegenseitige Kritik von Psychoanalyse und Philosophie, wie sie als Pathognostik von Rudolf Heinz konzipiert und ausgearbeitet wurde. Denkender Nachvollzug aller disfunktional-subversiv-dialektischen Kapriolen der Vernunft, wie sie in Krankheit, Kriminalität und Krieg als „das Selbe“ (Parmenides) von Religion / Wissenschaft, Ökonomie und Technik, nebst den (changierenden) Vermittlungsinstanzen Traum, Mythologie und Kunst, den Menschen konstituiert. Von daher: Selbstkritik des philosophischen Denkens, das sich als rationalitätsimmanentes Spitzenphänomen magischer Abwehr weiß, sich nicht jenseits des am Anderen kritisierten menschlichen Autarkiebegehrens wähnt. |
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| Philosophierender Komponist oder komponierender Philosoph?
Die Musik war zuerst und selbst während meines Philosophiestudiums habe ich mich noch eher als Komponisten empfunden. Und doch spricht mehr für den komponierenden Philosophen, etwa die Insistenz auf Trennung beider Bereiche (von der Musik her wäre eher ein Votum für Indifferenz zu erwarten): "Wenn ich komponiere, komponiere ich und wenn ich philosophiere, dann erkenne ich etwas – hoffentlich! Das sind getrennte Tätigkeiten, die sich gegenseitig im zeitlichen Sinne ausschließen. Meine Musik wird nicht dadurch besonders 'gut', dass mir einige Zusammenhänge von Musik und Schlaf vielleicht bewusster sind als anderen. Ob meine Musik interessant oder überflüssig gerät, ist eine musikalische, keine philosophische Frage. Das Unbewusste weiß sowieso immer schon alles, und deshalb können auch philosophisch völlig unreflektierte Künstler mitunter bedeutende Werke produzieren. Nämlich solche Werke, die selbst dann die Reflexion ableisten. Und nur darum geht es doch in Kunst." (Aus: "Ja, das Studium der Weiber ist schwer" – Interview mit mir selbst, zumal die Thamras-Mythe betreffend, aus: Was Sie noch nie über Musik wissen wollten, Essen 2007, Seite 270) Selbstverständlich gibt es zwischen beiden Tätigkeiten Wechselwirkungen, intellektuelle wie oberflächliche. (Nicht unbedingt nur positive.) Den absurden Versuch, das eigene musikalische Œuvre durch Philosophie zu legitimieren, lehne ich vor allem deshalb ab, weil jede Legitimation zunächst einmal auf die eigene Legitimität hin hinterfragt werden müsste. So ist mein Selbstverständnis nicht mehr das des philosophierenden Komponisten, sondern das eines vom Phantasma der Musik angesteckten – dialektisch aber angesteckten – Philosophen. |
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| "Womit verdient der Mann sein Geld?"
So die erstaunte Frage eines Düsseldorfer Komponisten, dem ich als (auch komponierender) Musikphilosoph vorgestellt wurde. Wobei es dann an mir war, über dieses spontane Hauptinteresse an einer objektiv sicher nicht nebensächlichen, für mich aber in Bezug zu Musik und Philosophie völlig irrelevanten Frage zu staunen. (Konnte jener Kollege nicht so weltfremd sein, wie man es sich von Künstlern gerne doch vorstellt?) (Freilich eine Abwehr: über Musikphilosophie sprachen wir kein Wort, wozu es aber auch keinerlei Anspruch von meiner Seite aus gegeben hätte.) – Also selbstverständlich verdiene ich mein Geld weder mit Philosophie noch mit Musik noch mit sonst einer Tätigkeit, die mich intellektuell besonders korrumpieren würde. Beides kostet vielmehr: die Philosophie Druckkostenzuschüsse und das Komponieren die Nerven. Und beides Zeit. Und wie ich meine Subsistenz erarbeite, das ist zwar kein Tabu, aber hier nicht Thema. |
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Um möglichen Verwechslungen der Person vorzubeugen:
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